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Zahnrad und Zeitgeist



Rätsel des Monats


Wo das Eisen gehärtet wurde

Auch mit dem heutigen Rätsel stöbert PHM mit Ihnen in der Geschichte des Maschinenbaus. Gesucht werden ein Produkt und sein Namensgeber.

Einen ersten Hinweis auf dem Rateweg gibt Friedrich Schiller mit seinem Lied von der Glocke: „Fest gemauert in der Erden / Steht die Form, aus Lehm gebrannt.“ Wahrscheinlich klingelt es jetzt bei Ihnen im Kopf; das Gedicht gehört zu den bekanntesten der deutschen Sprache. Und auch zu den meist parodierten: „Loch in Erde, / Bronze rin. / Glocke fertig, bim, bim, bim."

Ganz so schnell geht es im Original-Gedicht nicht. Es braucht einige Strophen, ehe es heißt: „Bis die Glocke sich verkühlet / Lasst die strenge Arbeit ruhn“. Das langsame Abkühlen vermeidet Spannungen im Material. Gut Geläut will Weile haben. Auch die 15 Tonnen schwere neue Glocke des Magdeburger Doms blieb sieben Wochen in ihrer Form.

Beim Gesuchten und seinem Produkt geht es aber nicht wie bei Kirchenglocken um Kupfer und Zinn. Sondern um Eisen. Der Maschinenbau giert nach belastbarem Material für die Eisenbahn, für Räder, Herzstücke von Weichen, aber auch für Rammböcke, Hämmer, Gesenke, andere Werkzeuge, für Panzerungen und Geschosse. Immer mehr und immer schneller. Und der Gesuchte liefert. Seine Güsse kühlen schneller aus und haben eine höhere Festigkeit. Dafür gibt er das flüssige Gusseisen nicht in Lehm, sondern in metallene Formen, in Kokillen. An der Oberfläche des Abgusses bildet sich durch das schnellere Abkühlen eine Schicht weißes, hartes Eisen von 10 bis 15 mm Stärke. Sein Produkt verbessert der gesuchte Industriepionier auch durch Gattieren: Er mischt mehrere Roheisensorten, experimentiert mit der Gusstemperatur. Im Ergebnis rühmen viele Hersteller von Lokomotiven und Waggons ihre Produkte durch die Nennung des Gussverfahrens. Und über 150 Jahre später arbeiten auch wir von PHM weiter daran, die Festigkeit von Werkstoffen zu erhöhen – zum Beispiel durch Elektronenstrahlhärten.


Unsere Rätselfrage: Wie heißen der gesuchte Wirtschaftspionier und das nach ihm benannte Verfahren?
Senden Sie uns Ihre Lösung bis zum 30. September 2026 über die folgende Eingabemaske. Unter allen Einsender der richtigen Antwort verlosen wir drei Gewinnpakete. Sie enthalten die Samen für eine nach dem Gesuchten benannte Pflanze (wir mögen es, wenn Dinge wachsen) und süße Magdeburger Kugeln.
Die Auflösung des Rätsels und die Gewinner finden Sie ab 1. Oktober an dieser Stelle.



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Auflösung des August-Rätsels



Der gesuchte Branchenpionier ist Max Krause. Er wurde 1938 in Treuenbrietzen geboren. Was uns von PHM besonders beeindruckt: Er ist der Erfinder und Entwickler einer ganzen Branche – der Papierausstattung. Die Idee dahinter: Papier und Briefumschläge nicht mehr einzeln zu verkaufen, sondern in Zusammenstellung und handlich verpackt. Neben Briefumschlägen und Briefpapier produziert er Post- und Tischkarten, Schachteln, Luxuspapiere mit Färbung und Wasserzeichen. Krauses Idee konfektionierten Papiers setzt sich auch international durch. 1877 wird Krause Vorsitzender des Papierindustrie-Vereins. Genauso beeidruckend finden wir das soziale Engagement Krauses. Krause stirbt 1913. Begraben ist er auf dem Friedhof Bergmannstraße in Berlin. Eines seiner Produkte hat bis heute überlebt: "Schreibste mir, schreibste ihr, schreibste auf M.-K.-Papier."

Die drei Gewinner unserer Preise sind bereits benachrichtigt. Das Paket ist auf dem Weg.